WETTBEWERB
Domplatz, Innsbruck
Der Domplatz im historischen Zentrum von Innsbruck ist ein Ruhepol und bildet eine eindrucksvolle Kulisse für das Barockjuwel St. Jakob Dom. Dieser Ort, meist lebhaft und gut besucht, birgt alle historischen Reminiszenzen seiner Zeit.
Im Zuge der notwendigen Erneuerung aller Altstadt-Pflasterungen wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, der eine umfassendere Neugestaltung und Neuinterpretation des Platzes zum Ziel hatte.
Um den Platz mit dem Geflecht von Gassen und Plätzen der Altstadt optisch zu verbinden, wird er mit dem neuen Altstadtpflaster „Luzern Gneis“ gepflastert.
Auf dieser sich wie ein Teppich ausbreitenden Fläche werden ovale und gerundete Intarsien eingefügt, die wie Spiegelungen der barocken Fassadenelemente auf der Platzfläche erscheinen. Auf diese Weise tritt die Domfassade in Dialog mit dem umgebenden Platzbelag.
In der Hauptachse der Domfassade entsteht ein neuer kreisförmiger Brunnen in Form einer Wasserschale geplant. Seine Formgebung und die hochglanzpolierte Innenfläche erinnern an ein sakrales Weihgefäß. In der glatten Wasseroberfläche spiegeln sich der Himmel und der Dom wider.
Die ovale Grünfläche rund um den Brunnen wird in die bestehende Mauer integriert. Eine Linde ergänzt die vorhandene Baumgruppe und sorgt durch die rötlichen Blattfärbungen der Ahornbäume für saisonale Farbkontraste.
Die ovalen Porphyr-Steinfelder des Platzbelags vor den Längsfassaden erscheinen wie Spiegelungen der darüber liegenden ovalen Glasfenster. Diese neuen Aufenthaltsbereiche, die im Sinne einer Neuinterpretation der barocken Formensprache gestalteten sind, interagieren mit der Fassade der Kirche. Brunnen, Grünfläche und Fensterovale tragen dazu bei, dass der gesamte Platzraum rund um den Dom als eine Einheit wahrgenommen wird.
Vor dem Hauptzugang des Doms wird die ursprüngliche Stufenanlage wiederhergestellt. Eine leichte Neigung der Bodenfläche ermöglicht einen barrierefreien Kirchenzugang und symbolisiert zugleich die Öffnung der Kirche. Der ursprüngliche Marmorbelag vor dem Hauptportal stellt eine Erweiterung des Bodenbelags des Sakralraums im Außenbereich dar.
Die neue Platzgestaltung erweitert den öffentlichen Raum um zusätzliche, konsumfreie Aufenthaltsmöglichkeiten. Durch die Anordnung von festen Sitzbänken und mobilen Stadtmöbeln wir d die Interaktion zwischen Gastgärten und freien Bereichen gefördert.
Die Schaffung von Grünflächen und die Sammlung von Regenwasser in Zisternen zur Bewässerung der Grünflächen stellen einen ökologischen sinnvollen Ansatz dar.
Design for the Cathedral Square
COMPETITION
Domplatz, Innsbruck, Austria
Dom Square, in the historic centre of Innsbruck, offers a peaceful retreat and an awe-inspiring setting for its Baroque masterpiece: St. Jakob’s Cathedral. This popular and vibrant location is filled with historical significance.
In line with the urban renewal plan to repave the entire old town with cobblestones, a competition was held to redesign and reinterpret the square.
To link the square with the adjoining alleyways and other squares in the historic town, the proposal repaves the Domplatz square using the same ‚Lucerne Gneiss‘ cobblestones as in the old town.
The design also reflects the Baroque elements of the cathedral façade, such as ovals and rounded inlays, in the square’s paving, introducing a unique aesthetic appeal. This refurbishment enables the cathedral to engage in harmonious dialogue with its surroundings.
A new circular water basin is positioned on the main axis of the cathedral façade. Its shape and polished inner surface resemble a votive receptacle. The smooth water surface reflects the sky and the cathedral. The oval green area surrounding the fountain is integrated into the existing wall. Furthermore, a lime tree complements the existing group of trees, providing a seasonal contrast alongside the reddish leaves of the maple trees.
Oval porphyry fields in the square paving in front of the longitudinal façades mirror the cathedral’s oval glass windows. These new recreational areas, which reimagine the Baroque formal language, interact with the church façade. The fountain, green urban spaces and oval windows together unify the cathedral’s spacious surroundings, creating a ‘whole’.
In front of the cathedral’s main entrance, original steps are restored and a slightly sloping floor level provides unrestricted access to the church and symbolise its openness. The original marble paving in front of the main portal extends the sacred indoor paving outdoors.
The new square design offers additional opportunities to linger and expands the public space. Seating arrangements such as benches and loose street furniture foster interaction between outdoor restaurants and non-consumption areas.
An ecologically sound approach integrates green spaces and collects rainwater for irrigation.