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ice Q Restaurant

obermoser arch-omo zt gmbh | architektur

Gaislachkogl Bergstation, 3.048 m, Tirol


Die Planung eines alpinen Restaurants auf über 3.000 Metern stellte eine Vielzahl an Herausforderungen dar.
Der Kontext – der Gipfel des Gaislachkogls liegt auf 3.048 Metern Seehöhe – mit einem endlosen Panorama über drei Länder – die italienischen Dolomiten, die deutsche Zugspitze und zahlreiche österreichische Gletscher (Pitztal, Ötztal, Stubaital und Zillertal) – prägte das architektonische Konzept maßgeblich.

Der Name „ice Q“ leitet sich unmittelbar von der Gestaltungsidee ab: Eine kristalline Skulptur, die an gestapelte Eisblöcke erinnert, atemberaubende Ausblicke über die alpine Landschaft eröffnet und die Gletscher von innen rahmt. Auskragende Volumen und weitläufige Sonnenterrassen laden zum Verweilen ein und ermöglichen ein Erleben der unberührten Stille der Bergwelt.

Im Erdgeschoss, durch die Bergstation der Gaislachkogl-Seilbahn direkt erschlossen, markiert ein transparenter, extrudierter Baukörper den Eingang, fungiert als Wetterschutz und als Übergangsraum. Eine diffuse Beleuchtung inszeniert die Weinlager und leitet in den Bar- und Restaurantbereich mit großzügiger Südterrasse. Im Obergeschossbefinden sich eine Lounge, auch als Konferenzraum nutzbar, und eine ausgedehnte Westterrasse, die das Abendlicht einfängt. Das Dachgeschoss ist als frei zugängliche Panorama-Plattform konzipiert und über eine Hängebrücke direkt mit dem Gaislachkogl-Gipfel verbunden.

Mit 100 Sitzplätzen im Restaurant und 40 Sitzplätzen in der Lounge bar bietet das ice Q seinen Gästen eine exklusive alpine Genuss- und Erholungsoase.

Innenraumkonzept – Einklang mit der Natur
Wiederkehrende Leitgedanke war die Verwirklichung einer Architektur im Einklang mit der Natur, respektvoll in die Landschaft eingebettet.
Innenräume sind mit umweltfreundlichen, heimischen Materialien ausgestattet. Natursteinplatten aus einem lokalen Gletscher prägen den Eingangsbereich, für Wand-, Boden- und Deckenverkleidungen wurde unbehandeltes Massivholz aus der Umgebung gewählt. Um eine zurückhaltende, unverwechselbare Atmosphäre zu schaffen, wurden Vorhänge und Polsterungen aus Lodenstoffen, Teppiche aus reiner Schafwolle ausgewählt. Der in schwarzem Edelstahl verkleideten Bartresen ist eine symbolische Reminiszenz an die offenen Kamine traditioneller Berghütten, deren Rauch früher Wände und Decken schwärzte.

Bauen im Permafrost
Fundamente bestehen aus einem Minimum von drei punktuellen, natürlich belüfteten Auflagern. Hydraulische Höhenanpassungen, über ein digitales Fernbedienungssystem gesteuert, ermöglichen es dem Bauwerk einerseits, auf möglichen Veränderungen des Untergrundes zu reagieren, verhindern zugleich jegliche Wärmeübertragung auf den Permafrost, den dauerhaft gefrorenen Felskonglomerat.
Das Sockelgeschoss fungiert als technisches Kontrollzentrum und ist als steifer Stahlbetonkubus ausgebildet. Darüber spannt sich eine Stahlkonstruktion mit Decken aus massiven, kreuzverleimten Holzträgern. Die Fassade besteht aus einer Pfosten-Riegel-Konstruktion mit dreifach verglasten Elementen. 
Die kurze Bauzeit von lediglich fünf Monaten erforderte eine präzise Vorfertigung sämtlicher Bauteile, um den straffen Bauzeitenplan einzuhalten.

Glashülle und Nachhaltigkeitskonzept
Im Glaskörper spiegelt sich die Landschaft, wodurch der scharf geschnittenen Körper seine Massivität verliert. Die vier vollständig verglaste, würfelförmigen Baukörper erinnern an übereinandergestapelte Eisblöcke und symbolisieren die alpine Welt aus Schnee und Eis. Die allseitige Glasfassade stellte höchste Anforderungen an das energetische Konzept, das nach dem Prinzip maximaler Effizienz und passiver Energiegewinne – nach dem Wintergartenmodell – entwickelt wurde. Eine Dreifachverglasung minimiert Energieverluste und reduziert Sonneneinstrahlung.

Die passiven Gewinne der großflächigen Verglasungen werden zwischengespeichert und werden über die Lüftung in Wasserspeicher übertragen. Sie versorgen ein wassergeführtes Fußbodenheizsystem und kompensieren somit nächtliche oder wetterbedingte Verluste. Eine Klimaanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für eine schnelle Reaktion auf extreme Temperaturwechsel. Konvektoren entlang der Fassade erzeugen bei -30 °C einen Wärmeschleier, während mobile Sonnenschutzelemente als zweite, regulierende Fassade wirken. Die Abwärme der Kälteanlagen wird in das Heizsystem eingespeist, während die Energie der Abluft über Wärmepumpen rückgeführt wird – bei einer kontrollierten Ausblasung zwischen -5 °C und 0 °C, um den Permafrost zu schützen.

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ice Q Restaurant

English version

Gaislachkogl top station at 3,048 metres, Tyrol, Austria


Designing an alpine restaurant over 3,000 metres presented a variety of challenges.
The setting – the summit of the Gaislachkogl at 3.048 metres above sea level – had a fundamental impact on the architectural concept. Panoramic views linger above three countries: the Italian Dolomites, Germany’s Zugspitze and numerous Austrian glaciers, Pitztal, Ötztal, Stubaital and Zillertal.

The name ‚ice Q‘ reflects the design vision, a crystalline sculpture evoking stacked ice-blocks, framing breathtaking views of the surrounding glaciers from within. Cantilevered volumes and expansive sun terraces invite guests to linger and experience the silence of the high mountains.

The ground floor is directly accessible from the Gaislachkogl cable car station. A transparent, extruded volume defines the entrance, serving both as weather protection and transitional space. Diffuse lighting highlights the wine storage area, leading visitors towards the bar and restaurant with a generous south-facing terrace. The upper floor accommodates a lounge, suitable as well as a conference area, and a spacious west-facing terrace capturing the evening light. At roof level, a publicly accessible panorama platform is connected to the Gaislachkogl summit by a suspension bridge.

With seating for 100 in the restaurant and an additional 40 in the lounge bar, the ice Q offers its guests a high-end recreational oasis.

Interior design: harmony with nature
A recurring design principle was to create an architecture blending harmoniously with nature and the mountains. The interiors are finished with locally sourced, environmentally responsible materials. Natural stone slabs from a nearby glacier shape the entrance area, untreated solid wood from the region is used for wall, floor, and ceiling finishes. Curtains and upholstery in loden fabric, carpets of pure sheep wool create a restrained yet distinctive atmosphere. The bar counter, clad in blackened stainless steel, symbolically recalls the open hearths of traditional Alpine huts, whose smoke once darkened walls and ceilings.

Building in permafrost
The foundations consist of a minimum of three punctual supports with naturally ventilated bearings. Hydraulic height adjustments, controlled via a digital remote control system, enable the structure to adapt to respond to potential shifts in the subsoil while preventing any heat transfer to the permafrost – the permanently frozen conglomerate beneath.
The basement floor functions as a technical control centre and is designed as a rigid reinforced concrete cube. Above it, a steel structure with floors made of solid, spans with cross-laminated timber beams. The façade consists of a post and beam construction with triple-glazed elements.
The short construction period of only five months required precise prefabrication of all components, in order to meet the tight construction schedule.

Glass shell and sustainability concept
The glass surface reflects the surrounding landscape, thereby dissolving the massiveness of the sharp-edged volume. Four fully glazed cubic structures recall stacked ice blocks and symbolise the alpine world of snow and glaciers.
The glass façade was designed to meet the highest energy efficiency standards, based on the winter garden principle. Triple glazing minimises thermal losses while reducing solar gain.
Passive heat gained from the large-scale glazing are temporarily stored and transferred into water storage tanks by the ventilation system. This supplies a water-based underfloor heating system, offsetting nighttime and weather-related losses. The air conditioning system with heat recovery enables a fast response to extreme temperature changes. Convectors along the façade generate a thermal curtain even at –30 °C, while mobile shading elements act as a secondary regulating façade.
Waste heat from the refrigeration systems is fed into the heating system, while the energy from the exhaust air is recycled via heat pumps, with a controlled discharge temperature ranging from –5 °C to 0 °C in order to safeguard the permafrost.



Architektur
obermoser arch-omo zt gmbh | architektur
Auftraggeber
Ötztaler Gletscherbahnen Ges. mbH & Co. KG. Sölden
Standort
Sölden, Tirol
Fertigstellung
2013
Planungsteam
Johann Obermoser, Christoph Neuner, Christof Künz, Bernhard Geiger, Harald Brutscher
Fotografie
Foto 01: Rudi Wyhlidal, Fotos 02/10: Markus Bstieler